”Stadtpflanze auf dem Lande”
Helle Hundevadt kam 1989 nach Dovre, und die lebensfrohe Stadtdame wurde schnell von vielen in ihr Herz geschlossen.
- Das Leben in einem kleinen Ort ist besonders ergiebig, weil dort auf den Einsatz jedes Einzelnen Wert gelegt wird, sagt Helle Hundevadt, die vor 20 Jahren hier her kam, und sie vermisst ihre Heimatstadt Oslo keineswegs.
Identität und Stolz
- Es gibt mir einen Kick, an der Grenze zu meinem Möglichen zu leben. Viele und große Aufgaben haben mich schon immer fasziniert, und damit passt die Arbeit als Rektor an der Handwerkschule in Dovre perfekt für mich. Unser Kulturerbe zu bewahren ist eine große Herausforderung. Aber ich habe mich dazu entschieden optimistisch zu sein, und auf mich selber zu hören. Wenn der Wille stark genug ist, kann man alles erreichen, sagt Helle, die in Oslo aufgewachsen ist.
- Aber was ist mit der ungeschriebenen Regel "Keiner darf andere überragen", ist das nicht lästig auf dem Lande?
- Die Leute aus Dovre kenne ich am besten, und ich habe nur Gutes zu berichten. Aber ich wünschte mir, sie wären noch stolzer auf ihr Dorf mit der einzigartigen Geschichte. Ich hoffe deswegen, dass die Leute aus Dovre und andere noch besser ihre Kultur und Traditionen bewahren. Erst dann wird Identität und Stolz erschafft, sagt Helle, die nicht plant, in die Hauptstadt zurückzukehren.
Nähe und Sicherheit
- Ich werde für ein lebendiges Dorf kämpfen. Das Leben in einem kleinen Ort ist besonders ergiebig, weil dort der Einsatz jedes Einzelnen so sichtbar ist. Außerdem bieten die Dörfer Nähe und Sicherheit, was besonders für Familien mit Kindern wichtig ist. Es kann vorkommen, dass ein Nachbar die Kinder auf dem Nachhauseweg trifft und sie einfach mal eben nach Hause fährt, und sowas kommt in größeren Orten wirklich nur selten vor. Wir haben auch ein perfektes Klima hier, die Nähe zur Natur und eine zentrale Lage, sagt Helle, die auch schon Kommune- und Bundeslandpolitiker war, und Mitglied der traditionellen Musikgruppe ”Dovre spelemannslag” ist.
Blühende Dorfkultur
- Was hast du bis jetzt ausrichten können?
- Am Zentrum für Dorfkultur haben wir eine blühende Kursaktivität erschaffen. Und die Handwerksschule ist gekommen um zu bleiben. Die Schule ist die einzige in den nordischen Ländern, die eine Ausbildung zum Gesellen als Holzschnitzer anbietet. Wir haben sehr fleißige Lehrer und starke Schüler und Lehrlinge, die gemeinsam ein tolles Lernmilieu ausmachen. Die Schüler kommen aus verschiedenen Gegenden des Landes, wohnen in der Schule und können deswegen die Werkstatt auch abends benutzen. Die Schüler können so die Ausbildungsmöglichkeiten perfekt nutzen, sagt Helle Hundevadt, die das Leben auf dem Land bedingungslos empfiehlt.

Helle Hundevadt (vorne) zusammen mit Teile ihrer zweiten Familie: Schüler, Lehrlinge und Lehrer der Handwerksschule. Von links hinten: Hans Petter Haldorsen, Asbjørn Svehaugen, Jonas Henriksen, Are Eeg, Ulrike Niederberger, Guri Sand und Eivind Halgunset. Vorne von links: Roald Sorken, Ingrid Gaarder Stigen, Helle Hundevadt (Rektor), Even Nævdal Hansen, Boni Wiik (Lehrer) und Eirik Bryn.